Diese Freizeitaktivitäten bringen am meisten Lebensfreude

Frau mit Kopfhörern hört Musik und tanzt

Musik hören bringt uns von allen untersuchten Freizeitbeschäftigungen am meisten Freude. Sich 5 Minuten lang seine Lieblingsmusik anhören führt zu deutlich mehr positiven Gefühlen, als 5 Minuten in sozialen Medien zu scrollen. Foto: Unsplash

Die University Sussex hat zusammen mit dem Unternehmen Immediate 21 Freizeitaktivitäten untersucht. Knapp 2200 Menschen wurden dabei auch befragt, wie viel Freude ihnen ihr Hobby bringt.

Spitzenreiter unter den Beschäftigungen ist demnach das Scrollen in sozialen Medien. Es ist eine der drei beliebtesten und gleichzeitig auch die am häufigsten ausgeführte Aktivität.

Bezüglich dem Spassfaktor liegt das Scrollen aber am anderen Ende der Tabelle: Position 21 von 21. Keine andere Aktivität wurde schlechter bewertet.

Scrollen flop, Musik und Lesen top

Die Studie verdeutlicht damit ein klares Missverhältnis zwischen der Art und Weise, wie wir unsere Freizeit gerne verbringen, und was uns tatsächlich gut tut und Freude bringt. Was die meisten innerlich bereits spüren, ist nun auch wissenschaftlich belegt.

Die Aktivität, die uns am meisten Vergnügen bereitet, ist Musik hören. Auf der Skala von 1 bis 7 erhielt Musik hören eine Freude-Bewertung von 6,16. Dahinter folgen das Spielen eines Musikinstruments (6,04), Lesen (6,00), Basteln und ehrenamtliches Engagement.

Ein Buch lesen statt in sozialen Medien zu scrollen bringt mehr Freude ins Leben. Die Social-Media-App ist aber oft schneller zur Hand, deshalb sollte man sich immer ein Buch oder andere Lesemöglichkeiten bereitlegen. Foto: Unsplash

Bewusstere Wahl der Freizeitbeschäftigung

Medienkonsum kam bei der Befragung eher schlecht weg, am besten bewertet wurde noch Fernsehen auf Platz 12 von 21. Robin Banerjee, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Sussex, sagt, dass der Schlüssel zu psychischer Erfüllung “in einer bewussteren Gestaltung unserer Freizeit liegt”.

Wir sollten uns mehr von unseren Inneren Antrieben anstatt von Algorithmen leiten lassen, empfiehlt Banerjee. Es sei bezeichnend, dass die am häufigsten ausgeführte Aktivität gleichzeitig jene sei, die uns am wenigsten Freude bereitet. Deshalb werde derzeit die Beziehung junger Menschen zu sozialen Medien zunehmend diskutiert, sagt Banerjee.

Die Ergebnisse der Untersuchung “unterstreichen die Bedeutung von Hobbys, die emotional bereichernd und sozial anregend sind”, erklärt der Psychologie-Professor. “Die Studie bietet damit einen wirkungsvollen Leitfaden für mehr persönliches Wohlbefinden.”

Kreative Hobbies fördern Wohlbefinden und Glück

Eine 2024 im Fachjournal Frontiers in Public Health veröffentlichte Studie untersuchte kreative Hobbys. Die Untersuchung zeigte eindrücklich, dass Menschen, die sich mit Kunst- und Handwerk beschäftigen, insgesamt zufriedener und glücklicher sind. Zu den Aktivitäten gehörten Malen, Zeichnen, Basteln, Fotografieren, Filmen, Stricken, Häkeln, Töpfern, Schmuckherstellung oder auch Kunst am Computer herstellen.

Von den über 7000 Befragten gaben rund 37 Prozent an, einer solchen künstlerischen Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Und diese waren im Vergleich zu den restlichen Befragten zufriedener mit ihrem Leben, hatten ein stärkeres Gefühl für einen Lebenssinn und Glück. Die Effekte zeigten sich über alle Schichten, Altersspannen, Wohnsituationen oder beruflichen Tätigkeiten.

Alltagstipps für Freizeitbeschäftigungen

  • Hobby auswählen: Ein Hobby fördert das Wohlbefinden, hebt die Laune, senkt Stress, verbessert die Achtsamkeit, führt zu mehr Verbindungen sowie Freundschaften und stärkt das Selbstvertrauen. Es ist also auf jeden Fall empfehlenswert, ein Hobby zu finden und auszuüben.

  • Beispiele für Hobbys: Als “beste” Hobbys für die psychische Gesundheit gelten: Yoga, Meditation, Schreiben/Journaling, Kochen/Backen, Wandern/Biken, Zeichnen/Malen, Lesen, Fitness, Spiele, Musik, Gärtnern oder einem lokalen Verein/Club beitreten.

  • Mini-Check: Bei allen Freizeitbeschäftigungen lohnt sich ein kurzer Selbst-Check. Tut mir das gut, was ich mache? Bringt mir das Energie oder nicht? Fühle ich mich danach besser oder nicht?

  • Bewusst wählen: Studien zeigen, dass wir oft das machen, was am leichtesten verfügbar ist. Das Handy und Social Media Apps sind schnell zur Hand. Sorge deshalb für Alternativen: Bücher und Zeitschriften bereitlegen, Musik zum abspielen vorbereiten und das Handy ausser Reichweite lassen.

  • Kurz-Hobbies: Social Media ist so verlockend, weil es vermeintlich ein kurzes Abschalten ermöglicht (nur rasch 3 Videos schauen). Oft ist man dann trotzdem länger dran. Aber auch Alternativen können schnelle Häppchen sein: Das Lieblingslied hören, einen kurzen Artikel lesen, ein Kapitel im Buch verschlingen, etwas reparieren oder ein Bild aufhängen.

  • Musik für jede Stimmung: Nicht der Algorithmus soll die Musik vorgeben, sondern die Stimmung. Erstelle verschiedene Playlists mit Lieblingsliedern für jede Stimmung.

  • Kreativität zulassen: Wer gerne malt oder bastelt, soll das auch machen. Es müssen keine Kunstwerke sein. Kinder machen einfach, weil es ihnen Spass macht. Erwachsene entwickeln oft (zu) hohe Ansprüche. Wer kein Van Gogh ist, lässt es mit dem Malen irgendwann sein. Das muss aber nicht sein, wichtiger als die Perfektion ist der Flow, das Ausdrücken, Freude an der Kreativität zu haben.

  • Medien dosieren: Social Media muss nicht verteufelt werden. Aber eingeschränkt. Viele Apps lassen Limiten zu. Bei Youtube können Warnungen nach einer bestimmten Anzahl Videos oder nach einer Nutzungszeit eingestellt werden. Das hilft, um zu merken, wie lange man schon rumscrollt. Wer andere Hobbies ausführt, sei auch nur Fernsehen, sollte das Handy zur Seite legen und auf lautlos stellen.

Quellen:

University of Sussex / Immediate: Secret to joy revealed – stop doom scrolling and be more intentional with your leisure time

Nature Medicine: Hobbies for mental health

Great Lakes Psychology Group: 14 Hobbies for Mental Health Support

Nature Medicine: Hobby engagement and mental wellbeing among people aged 65 years and older in 16 countries

Frontiers in Public Health: Creating arts and crafting positively predicts subjective wellbeing


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